Februar 2013

24.02.2013

Eigentlich wollte ich heute Morgen zum Hahnberg. Aber da es einfach nicht aufhören wollte zu schneien, habe ich irgendwann nen Haken dran gemacht. Als es um 14 Uhr dann doch noch brauchbar aussah bin ich kurzerhand losgedüst, wirklich weit ist es ja nicht. Der Aufstieg war ganz schön beschwerlich, unglaublich wieviel Schnee dort oben liegt. Vielleicht sollte die ortsansässige Flugschule den Wald roden und nen Skilift dort installieren lassen, so schneesicher ist das.

Ausser mir war natürlich keine Menschenseele vor Ort. Wie üblich, wenn der Wind aus NO kommt, erstmal kaum ein Lüftchen am Startplatz. Man sah aber, dass die Baumwipfel in östlicher Richtung ein wenig vor sich hin wackelten, das müsste eigentlich reichen. Tat es auch, zumindest für ne halbe Stunde und einem kleinen Höhenzugewinn von 36m :-). Kleines Flüglein, hat trotzdem Spass gemacht. Aber das mein Schirm zum trocknen ständig in meinem Wohnzimmer rumliegt nervt mich langsam. Aber ich glaube, der Frühling ist nicht mehr weit weg…hoffentlich.

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10.02.2013

Das war am Freitag schon klar, dass es am Sonntag frostiges, aber suuuper Flugwetter geben würde. Nachdem ich mich zuletzt noch im Schneegestöber ausgetobt hatte, sollte es heute unter Hocheinfluss deutlich schöner werden. Strahlender Sonnenschein mit gutem Südwind, da haben wir uns doch gleich mal mit Klaus und Mayer in LW getroffen. Der Laufweg zum Startplatz schon ein einziger Wintertraum. Natürlich musste man wieder michellinmännchenmässig eingepackt sein, die guten Polarfäustlinge waren auch wieder im Gepäck, da konnte eigentlich nix mehr schiefgehen.

Mayer und Klaus hatten ihre neuen Fluggeräte dabei, wollen wir doch mal sehen ob die beiden Icepeak6 dem Mentor folgen können. Ich bin ein paar mal mit den beiden gekurbelt, Steigleistung ok was ich von oben so beurteilen konnte 😛 Ralph der alte Startplatzblockierer meinte am LP, dass hätte ausgesehen wie zwei Falken mit einer Taube…haste doch keine Worte. Soll der mir mit seiner koreanischen Absinkhilfe nochmal in die Wirbelschleppe kommen.

Ich habe die turbulenzfreie Zeit genutzt, um nochmal mit der Teleskopstange rumzuhantieren. Unhandlich ist es nicht, aber man hat die Hand definitiv überall, nur nicht in der Nähe der Steuerleine. Kann man nur machen, wenn es ruhig ist. Tolle Fotos sind auf jeden Fall möglich wie ich finde. Über eine Stunde sind wir durch den kalten Winterhimmel gedübelt, der auch mit thermischer Luft durchsetzt war. Nicht in dem maße wie im Januar am Brunsberg, aber man konnte doch deutlich überhöhen. Ein sehr schöner Wintertag.

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08.02.2013

Eigentlich wollte ich nach der Arbeit zum Hahnberg. Aber der Wind war doch ziemlich aus NW, und da ist man in Wirmighausen besser aufgehoben. 3 Weitere Flieger hatten vor Ort den Weg ins verschneite Upland gefunden und trotzten allen Schneemassen. Ich war gerade 2 Min. in der Luft als es heftig anfing zu schneien. Schnell gelandet, den Schirm zur Blume und 20 Min. an der Holzhütte auf Wetterbesserung gewartet. Danach gings wie die Wutz, total laminares Winterfliegen in verschneiter Winterlandschaft bis es dunkel wurde. Entweder habe ich heute bessere Klammotten als früher oder der Hormonhaushalt ist irgendwie gaga, aber frieren ist beim Fliegen selbst bei Minusgraden irgendwie kein Thema mehr.

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Almunecar zwischen den JahrenFlucht vor Kälte, Eis und Schnee. Ein Bericht von Reinhard May.

Im März schon war´s soweit. Ich und meine Pat buchten Spanien Almunecar im Winter ab dem 19.12 bis 3.1.2013. Warum so früh buchen? Die Flugpreise haben zu Weihnachten die letzten Jahre deutlich zugelegt. Am selben Tag mit anderer Airline ab Hannover 170 Euro pro Person Unterschied.
Mir gehts so, wenn die Tage dunkler werden desto heller strahlt die Almunecar Laterne, Mayer komm heim. Seit 1993 fahre ich dort fast jedes Jahr um den Jahreswechsel dorthin und geniesse die relative Wärme und eben besagtes Licht. Mittlerweile hat auch meine Mädel bemerkt, daß man es dort sehr gut aushalten kann, sogar wenn es denn mal regnen sollte. Das kommt aber eher selten vor. In erster Linie fahren wir dort natürlich zum Schuhe kauf…äh zum Gleitschirmfliegen hin. Eben dieses geht dort wirklich sehr nett, wenn man schon ein bißchen Erfahrung mit starten und landen hat und kein Anfänger ist. Diesen sei ein Guide dringend emfohlen, sind die Start und Landeplätze zum Teil anspruchsvoll und auch das Wetter ist nicht zu unterschätzen.

Almunecar bzw. die umliegenden Fluggebiete sind keine Anfängerfluggelände. Hilfe und weitere Information bekommt man beim Flypark Almunecar. Diesen haben Leonie und Jarda, die ganz früher mal die Flugschule Wasserkuppe an einen nicht unbekannten Andreas verkauft haben, gegründet und stecken ihr Herzblut in den Flypark. Am 19 Dezember flogen wir von Hannover über Paris nach Malaga. Leider gab es dieses Jahr extreme Probleme mit Gepäck und deutlich verspäteter Anreise. Ich kann nur empfehlen nicht über Paris Charles de Gaulle zu fliegen. Dieser Flugplatz ist unübersichtlich. Am ersten Tag empfing uns die Sonne und nachdem wir etwas übermüdet waren fuhren wir später nach Herradura, eine ca.70 m Hohe Soaringkante am Meer. Hier kann man bei Westwind sehr nett soaren und stundenlang überm Meer segeln.

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Später landen alle an verschieden Strandbars ein und genießen ihre Cerveza mit Tapas. So ein Tag ist immer der optimale Einstieg. Dieses Jahr waren wir von den Temperaturen an den ersten Tagen sehr verwöhnt, 25-27 gefühlte Grade waren die richtige Entschädigung für unseren Anreisestress. Bedingt durch die stabile Hochdrucklage war allerding die Thermik an den nächsten Tagen in Otivar eher schwach. Man war froh zu überhöhen. So sind wir dann auch abends nochmal zu Loma de Gato Startplatz hochgefahren. Im Normalfall kann man hier schön thermisch am Meer fliegen,und am Strand landen. Das Wetter wurde kühler, die Thermik besser,so daß auch endlich mal ein Flug von Otivar ans Meer drin war. Das Gefühl über den ca 500 Meter hohen Itrabo zu gleiten und zu wissen jetzt hat man´s geschaftt ist immer wieder super. Auch wenn´s nur so um die 16km sind. Es ist nicht einfach, wenn die Basis niedrig ist. Und auch ich mußte gelegentlich am Itrabo Berg einlanden.

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Das Überfliegen von Otivar aus gelang mir diese Mal zwei mal, das ist für mich immer das Highlight. Nach einigen Tagen in Otivar oder am Loma de Gato konnte ich auch einmal mit Andy Flühler mitfahren. Er ist Flugguide und bereist weltweit verschiedene Fluggelände. Ich kenne ihn schon ca. 20 Jahre, also fragte ich ihn ob im Bus seiner Schweizer Truppe, die auch jedes Jahr da ist, noch Platz für Björn und Franky und mich ist um nochmal einen Abgleiter vom Itrabo Gipfel zu machen. Abgleiter ist nicht so gut, aber diese Sicht von dort ist super. Und wenn man so einfach hochkommt.

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Am Heiligabend gabs wie immer das alljährliche Weihnachtsessen, mit 6 Gängen und „Stoff“ bis zum Abwinken. Aber wir wollen ja am nächsten Tag fliegen. Der örtliche Verein und der Flypark haben, wie leztes Jahr, wieder einen FunCup ausgeschrieben. Dabei ging es um´s Punktlanden. Das war für alle eine Gaudi, versuchten doch alle ganz genau auf dem Punkt zu stehen. Das gelang auch relativ vielen, sodass später am Abend die Preise in einer Eisdiele in der Almunecar Altstadt verlost wurden. Der Hauptpreis war aber für alle der super Flugtag, vom Loma de Gato aus konnte man bei schöner Wolkenthermik 1000m überhöhen, praktisch am Meer. Die Tage vergingen mit kürzeren Flügen in Herradura, weil der Wind immer wieder stark auffrischte und einigen schönen Tagen in Otivar.

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Die Schweizer und verschiedene andere weniger sesshafte Piloten sind ab und zu noch in weiter entfernte Gelände gefahren, wir bleiben aber lieber am Meer. Am letzen Tag hatten wir dann nochmal Glück, stundenlanges Soaren über Herradura und danach noch schön Sonnenuntergang gucken. Abends nochmal eine letzte Seezunge oder Miesmuscheln gegessen und die anderen Kollegen in der netten Bar Rincon getroffen, so wie so oft schon vorher. Am Abreisetag mußten wir schon ein paar Tränchen zerquetschen, Abreise tut weh. Wenn man hier im Winter sitzt, kann man sich gar nicht vorstellen was die Sonne für den Organismus bedeutet. Man wacht morgens auf, sitzt im Schlafanzug auf dem Balkon oder frühstückt unten neben dem Hotel in der Eisdiele mit Eiern und Speck. Und vor einem das Meer über dem gerade die Sonne aufsteigt, einfach super. Und der nächste Flugtag wartet. Und genau deshalb ist der nächste Flug nach Spanien auch schon wieder gebucht, diesmal aber direkt ohne Zwischelandung.

mayer Reinhard May

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