Mai 2012

29.05.2012

Pfingsten 2012. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Randhochlage mit Ostlage, die kühlere Luft heranführen sollte, dazu passende Windgeschwindigkeiten mit ausreichender Sonneneinstrahlung bei prognostizierter guter bis sehr guter Thermik, da kann der Kleingärtner schonmal nervös werden, und alle Thermikflieger gleich dazu. Am Sa wars noch zu windig, ich sag mal speedflyer-Wetter, aber So und Mo sahen die Flugwetterberichte wirklich richtig gut aus.

Bei vorhergesagten 5ktn Höhenwind habe ich mich am Sonntag als einziger entschieden nach Grifte zum Schleppen zu fahren, während Andi, Ralph und Helmut den Versuch in Kella wagten. Nach dem tollen Flug aus Alsfeld zuletzt musste doch auch dieses mal irgendwas möglich sein. Und als ich nach dem 3. Windenabgleiter eine Pause bei Fränkis Wohnmobil machte, sah ich östlich von Grifte einen Schirm heranfliegen. Er schimmerte blau, aber von vorn war noch nicht genau auszumachen, um wen es sich da handeln könnte.

Beim Näherkommen war es dann klar, es war Helmut, der aus Kella geflogen kam und einen Steinwurf entfernt vom Schleppgelände einlandete. GEIL, in Kella wars also schonmal richtig gut. Was hat mich Frontallappenleptosom eigentlich geritten stattdessen auf einem thermisch toten Windenschleppgelände zu stehen?? In Kella gings wie die Wutz, Andi, Ralph und Helmut sind super geflogen, Monte Mayori hat nen fettes 60km FAI-Dreieck hingedübelt, und ich hab mir zu heilenden Zwecken noch zwei weitere Windenabgleiter gegönnt. Das war so langweilig, dass ich so schnell sicher nicht wieder auf die Idee kommen sollte dieses zu tun.

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Danach habe ich Helmut nach Kaufungen gefahren, Andi war unterwegs mit Ralph die Autos zurückholen, kurze Zeit später trudelten sie ebenfalls ein. Ich hatte zuletzt ein paar nette Flüge und habe mich bei nem Bier für die anderen über den tollen Tag in Kella gefreut.

Lagebesprechung gleich vor Ort für den Montag, 10ktn Nordwind, versuchen wirs wieder mal am Rammi, Treffpunkt Montagmorgen 10 Uhr an der Shell-Tanke KS-Nord. Kann man sich jetzt für Montagmorgen unangenehmeres vorstellen, arbeiten z.B. Zu sechst mit den beiden Mädels an Board brauchten wir 2 Autos. Um 12 Uhr standen wir oben am Rammi, immer wieder aufs neue nett dieser tolle Blick auf Goslar.

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Irgendwann waren wir alle in der Luft, zu Beginn wars noch etwas zäh, aber nach einer halben Std. wurde es dunkel überm Rammi und eine fette Wolke sog alles mit 4m in die Höhe, wie geil. Basis war erst bei 1500m und ich bin erstmal fluchtartig Richtung Goslar weggedüst. Standen aber auch jetzt ein paar Trümmer herum, da bin ich vogelwild einfach mal losgeflogen. Soviele Möglichkeiten gibt es ja nicht, nach Süden wartet der Harz, nach Norden der Wind, also hau ich nach Osten ab. Verdammt viel Wald im Harz, und den überfliegt man mit einer Basishöhe von 1500m eben nicht überall ohneweiteres. An Bad Harzburg vorbei bin ich nach Stapelburg geflogen, da war der Flug vorbei. Ich wusste nicht, dass das schon Sachsen-Anhalt ist. Als ich beim Versuch zu trampen einen Herrn nach dem Weg fragte hat der mich ordentlich angesächselt. Ich dachte noch, woher hat der sich denn hierher verirrt, dabei war ich der ver(w)irrte 🙂

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Was mir nicht klar war, und das habe ich heute erst erfahren: Auf meinem Flug habe ich die Kriterien für den im Harzcup ausgeschriebenen „Augenoptik Günther Sonderpreis“ erfüllt. Überfliegen von 2 Landeplätzen innerhalb des Harzcup-Bereiches, wobei ein LP mindestens im Harz liegen muss. Ein 150 Euro-Gutschein wird verlost für alle die es schaffen, bin gespannt. Sachen gibts…aber nun musste ich zurück nach Goslar.

Nachdem offensichtlich nur Sonntagsausflügler vom Kleingärtnerstammtisch Nordharz e.V. unterwegs waren, die dafür bekannt sind keine Wegelagerer mit dicken Gleitschirmsäcken mitzunehmen, hat sich Melli aus Goslar auf den Weg gemacht mich abzuholen. Wir waren grad in Goslar zurück, da rief der Andretti an. Bin in Blankenburg gelandet, ohmann, aus der Richtung kamen wir gerade. Ok, wieder umgedreht, den Andretti einsammeln.

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Dieser Andretti, fliegt 2,5 Std. rund um Goslar rum und will zum LP. Dieser ist – wie immer – thermisch wie Sau – da dreht der auf und fliegt einfach wech. Genaugenommen 48km bis nach Blankenburg. Die Basis war mitterweile auf 1800m gestiegen und der Wind hat auch noch ordentlich geschoben. Benötigte Zeit für die 48 km: knappe 1,5 Std. Tolle Wurst.

Von dort sind wir den direkten Weg über Landstrassen durch den Harz bis nach Göttingen gefahren, und den Rest des Weges über die Autobahn nach Hause. Was ein Ritt, was ein Tag. Gut, dass Fliegen nicht immer so aufwendig ist. Aber ein toller Tag, wie schön kann das Fliegen ausserhalb der Alpen sein.

 

18.05.2012

Auf diese Tage wartest du als Flieger den ganzen verdammten Winter, und manchmal auch vergeblich den kompletten Sommer. Und dann plötzlich sind sie einfach unverhofft da. So geschehen am gestrigen Himmelfahrtstag. Du stehst morgens auf und siehst um 10 Uhr schon schöne Cumuli spriessen, draussen noch kühle 9 Grad mit einem Temperaturgradienten der besser nicht sein kann, dazu kaum Wind. Jetzt ist die grösste Sorge, finde ich den Einstieg in diesen Fliegertraum?

Dieses mal haben wir es an den unterschiedlichsten Orten versucht. Andi und Helmut zum nahegelegenen Meißner Weststartplatz, Ralph mit Hanka zur Wasserkuppe, und ich habe mich zum Schleppgelände des LSV-Alsfeld aufgemacht. In Kooperation mit den Grifter Fliegern Schleppbetrieb auf dem Flugplatz in Alsfeld. Rundherum herrliche Cumuluswolken, nur über dem Platz alles blau. Aber als sich um kurz vor 13 Uhr eine Baumreihe als herrliche Abrisskante darstellte und die erste Wolke kondensierte hab ich mich ins Seil eingehängt. Erster Versuch, ausgeklinkt, in den Bart eingedreht, Basis und los. In der Höhe vielleicht 5-6kmh West/Südwestwind und eine Luftschichtung die besser nicht sein kann. Basis bei 2100m mit Sperrschicht begrenzt, 3-5m Bärte, turbulenzfreies butterweiches Flachlandfliegen in super Thermik.

Gut dass ich die dicken Winterfäustlinge dabei hatte, sie waren bitter nötig. Ich bin mit dem leichten Südwestwind der A7 nach NO gefolgt bis nach Bad Hersfeld. Von dort gings über der A4 Richtung thüringesche Grenze weiter. Unterwegs jede westlich ausgerichtete Waldabrisskante angesteuert und JEDE ging. Was eine Freude, du fliegst dorthin wo es logisch hochgehen muss, kommst nach einer Gleitstrecke an, hast dass der Thermik vorgalgerte Abwindsaufen und dann – ZACK – gehts hoch. Und wie schön ist es im Flachland auf Strecke zu gehen, mit dem Mentor sowieso die pure Freude. 4km vor der thüringeschen Grenze bin ich beim Monte Kali bei Philippsthal gelandet. 2 Std. 40 Min. und 56km, mein weitester, längster und höchster aus der Winde gestarteter Flug.

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12.05.2012

Kurzentschlossen bin ich am Mittwochnachmittag in die Nordalpen gefahren. Donnerstag fliegen am Tegelberg, Freitag am Neunerköpfle. Entspanntes Sightseeingfliegen mit beeindruckenden Panoramen.

Die Rückfahrt am Freitagnachmittag war – sagen wir mal – suboptimal. Zuerst konnte ich wegen Baustellensperrung aus dem Tannheimer Tal nicht direkt Richtung A7 fahren. Es waren 32 Grad, brüllwarm und nun erstmal umständlich über Sonthofen. Nach einer Std. im Auto wurde ich immer müder. Eine Schlafpause im Auto ohne laufende Klimaanlage war unmöglich, man hätte nur noch einen Aufguss machen müssen.

Mit Schoki und Cola von der Tanke wach gehalten. Unterwegs nach Norden wurde es immer dunkler und irgendwann schwarz mit Starkregen, Mehr als 60kmh waren erstmal nicht drin. 100km vor der Heimfahrt stockt plötzlich der Motor mit leuchtendem Kontrollämpchen. Angehalten, im Handbuch nachgeschaut, irgendein Fehler im Abgassystem. Laut Handbuch weiterfahren möglich bis zum nächsten Händler. Ich fahr also weiter. Hinter Bad Hersfeld an den langen Steigungen plötzlich nachlassende Motorleistung, ich kann mich auf einen Parkplatz retten.

ADAC angerufen, ist in einer halben Stunde da. Es war mittlerweile 21:15 Uhr. Diagnosegerät angeschlossen, defekte Zündspule am dritten Zylinder. Der Wagen kann aber weiterfahren. Mit ADAC-Geleit runter von der Autobahn. Im Stockdunkeln auf Landstrassen weiter nach Hause. Denkste. Nach 10 Min. Fahrt plötzlich stehender Verkehr auf der Landstrasse. Der Wagen vor mit dreht, mir wird klar warum. Da liegt ein umgefallener Baum auf der Fahrbahn. Ich hüpp gleich aus der Hose…

Wieder rumgedreht und durch die Wallachei durch dunkle Wälder irgendwann wieder auf die A7 zurückgefunden. Um 23 Uhr zuhause angekommen, ein halbes Glas Wein zum Ausklang und dann todmüde ins Bett gefallen. Es gibt Tage, da ist einfach mehr dran als an anderen. Aber heute ist es echt gemütlich, bis jetzt. Wann gehen wir mal wieder Fliegen? Morgen…

tb

Blick ins Tannheimer Tal.
nk

 

06.05.2012

Vom 29.04.-06.05.2012 fanden die Offenen Hessischen Meisterschaften in Greifenburg statt. Ein FAI2 Wettbewerb, an dem dieses mal auch bundeslandfremde Flieger teilnehmen konnten. Wir sind von unserem Verein PC Werretal-Eschwege-Eichsfeld aus mit einigen Leuten angetreten. Alle sind zu den unterschiedlichsten Zeiten losgefahren, Treffpunkt also vor Ort.

Samstagmorgen bin ich um 4:30 Uhr gestartet und nach 7,5 Std. Fahrt in Greifenburg eingetrudelt. In der Pension eingecheckt, schnell noch ne Stunde aufs Ohr gehauen, und dann ab mit dem Shuttle hoch zur Emberger Alm. Tolles Wetter wie angekündigt hat alle Müdigkeit der Anreise vergessen lassen, ich wollte schnell in die Luft. Daraus wurde es erstmal nix. Mit 5 Startabbrüchen hab ich mich angestellt wie am ersten Ausbildungstag, was ein Gewürge bis dieser Mentor endlich startbereit über mir stand. Mittendrin meinte ein Mädel oben am Start mitleidig zu mir: „So, jetzt mach doch erstmal 10 Min. Pause, und dann probierst du es nochmal…“ Na tolle Wurst.

Wie durch Wunderhand hats dann doch noch mit dem Start geklappt und ab gings. In der Höhe Wind aus SO, da war die Flugrichtung klar. Neue Streckenrekorde galt es nach 7 Std. Autofahrt eh nicht aufzustellen, und so bin ich 34km gen Westen nach Lienz geflogen.

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Auf den Hochstein zu queren und Richtung Sillian weiter zu fliegen hab ich wegen des Südwindes erst gar nicht versucht, also Landen am Zettersfeld LP. Der Osteinschlag im überregionalen Wind hatte den Talwind ordentlich angeschoben, und als ich in selbigen runtersank gings mit big ears und halb beschleunigt mit 2 kmh Vorwärtsfahrt senkrecht nach unten. Jetzt bloss nicht hinter die Hütte am LP versetzen lassen, sonst holts dich leemässig ausm Sattel. Und die Hochspannungsleitung re und hinter mir auch noch im Auge behalten. Sehr unangenehm wenn die Talwinde so kräftig werden. Die Ohren hatte ich bis zum Aufsetzen drin, hätte ich besser nicht gemacht. Nach dem Anbremsen im Stand zum Ausleiten selbiger hats mit gleich ausgehebelt und 20m über die Landeweise gezogen. Toller Flug, aber Start und Landung wie der erste Mensch. Nochmal überdenken wirklich am Wettbewerb teilzunehmen oder zum betreuten Fliegen in die Wildschönau zu fahren.

Mit gepacktem Säckel zum Bahnhof Lienz und mit der Bahn mit 2 weiteren Fliegern zurück nach Greifenburg. Das sollte reichen als Tagesprogramm, früh ins Bett und erstmal richtig ausschlafen. Morgens gleich ohne Flugausrüstung zum Fliegercamp gefahren, denn selbst nach Studium des Kleingärtnerwetters sollte jedem klar gewesen sein, dass bei kräftigem Südwind heute zu Wettbewerbsbeginn an Fliegen nicht zu denken war. Um 9 Uhr trotzdem Begrüssung. Mit über 40 Drachen und mehr als 70 Gleitschirmfliegern war dieses mal ordentlich was los im Wettbewerb. Hinweis der Wettbewerbsleitung über Vorfall am Vortag.

Eine Fliegerin musste leeseitig der Emberger Alm in alpinem Gelände im Schnee landen und dort die Nacht verbringen. Hubschrauber mit Wärmebildkamera war die ganze Nacht unterwegs. Schneemenge beträgt zur Zeit 5-6m, hohe Lawinengefahr. Sollte dies jemanden passieren, nicht weglaufen, vor Ort bleiben und Schirm sichtbar liegen lassen, wenn möglich Feuerzeug anmachen, sowas wird in den Wärmebildkameras gut gesehen.

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Es war also genügend Zeit um am Nachmittag am Garmin rumzufummeln, damit für die morgige Navigation der Wendepunkte, Startzylinder, Einflugradien usw. alles richtig eingestellt ist. Zu Übungszwecken bin ich gefühlte 17x das Fliegercamp mit selbsternannten WP abgelaufen, bis alles so funktionierte wie es soll.

Montagmorgen war Briefing um 11 Uhr am oberen Startplatz angesetzt. Thermiktreffstart war ja überfüllt von den Drachenfliegern, sodass die 70 GS-Flieger oben besser aufgehoben sind. Wetter schien noch brauchbar zu sein und so wurde eine kleinere Aufgabe im Briefing festgelgt. Dazu sollte es nicht kommen weil westlich im Tal schon Regen eingesetzte hatte, der Task wurde gecancelt. Wir hatten ja Zeit und wollten später runterfliegen. Der Wind drehte zunehmend auf West, was den Startplatz eindeutig leeig turbulent macht. Es musste kommen wie befürchtet, einen Flieger hats nach Start in Leeturbulenzen mit Baum- und Seilbahnberührung runtergeholt, Heli.

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Am nächsten Morgen, Dienstag 1. Mai, endlich erster TASK der Hessenmeisterschaft. 1. WP Unteralmhütte im Westen, 2. WP Gerlamoskapelle im Osten, 3. WP Startplatz, 4. WP Weissenseebrücke. 60,4km, Höhenbgrenzung 3500m. Startzeit 11:30 – 12:30 Uhr, Racezeit 12 – 16 Uhr. Nach dem Start brauchte ich 20 Min. um Höhe zu machen und konnte perfekt um 12:01 Uhr in den Startzylinder einfliegen. Es bauten sich viele Wolken auf und man musste aufpassen am 1. WP nicht von den Cumuli geschluckt zu werden. Vom 1. WP kehrend wurde es immer wolkiger, und dann hats mir den ersten richtigen Klapper mit dem Mentor verbraten.

Kaum Drehbewegung, aber der Schirm war sehr weit hinten und schoss dann ordentlich vor. Ich war nicht schnell genug mit der Reaktion und konnte meine Kappe vor mir sehen. Mein kleines Fliegerherzchen wummerte eine Weile, und dann gings weiter Richtung 2. WP. So eine langsame Reaktion wird mir nicht nochmal passieren. Es war mittlerweile grossflächig abgeschattet. Den 2. WP konnte ich noch nehmen, aber dann hat mich die Abschattung gefressen. An diesem Tag musste man schnell sein um ins Ziel zu kommen, das haben die Besten auch geschafft. 8. Platz in der Tageswertung Sportklasse für mich.

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Am Mittwoch wieder mehr Wind aus Süd. Das Briefing legte einen TASK fest. Doch kurz vor Öffnen des Startfensters doch noch gecancelt. Safety first und in meinen Augen die vollkommen richtige Entscheidung. Einige flogen so, und es war auch fliegbar. Ich fuhr runter und lieh mir in Berg ein E-Mountainbike aus. Wer denkt, dass sei was für lahme Omis glaubt wahrscheinlich auch an den Osterhasen. Super Fahrspass und mittlerweile ausgereifte Technik. Bin die 10km von Berg nach Greifenburg in ca. 20 Min. gefahren. Am LP angekommen hatte sich ein Drachenflieger beim Abbauen seine Schulter ausgekugelt. Leider war sie untypisch luxiert, dass ich mich ein reponieren nicht getraut habe und wir einen Krankenwagen geholt haben. Abends Fliegerparty mit Grillen und so weiter, sehr schöner Abend.

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Donnerstagmorgen, ich war um 5:45 Uhr hellwach, schaute aus dem Fenster und sah, na was? Himmel. Das könnte heute echt gut werden. Briefing wie immer am oberen Startplatz. Aufgabe 94km: Radelberger Alm, Höfer Alm, Startplatz, Spitzegel, LP. 11:34 Uhr bin ich gestartet und es war zu Beginn noch mühsam. Nicht absaufen war die Devise. Habe ne halbe Std. für brauchbare 2900m Abflughöhe gebraucht. Überregionaler Wind aus Ost, und das mit 15-20kmh. 1,5 Std. hats gedauert bis ich am WP Radelberger Alm angekommen bin. Unterwegs eine ganze Weile mit Simon geflogen, der seinen Schein erst seit 2 Jahren hat und sich verdammt gut anstellt. Am Stagor hats ihm aber mit seinem Blue einen üblen Klapper verbraten, da ist er ins Tal geflogen, hat den 1. WP noch mitgenommen und ist dann gelandet.

Mit MaxHöhe, BigEars und beschleunigt hab ich den WP genommen, eine Riesentrümmerwolke hat alles mit 4m/sec angesaugt was nicht bei drei aus dem Staub war. Der Rückweg und Weiterflug zur Höferalm war dann genial. So mühsam das Vorkämpfen gegen den Ostwind war, so rasant gings dann mit Rückenwind über Stagor, Gaugen, Emberger Alm, Knoten weiter zum 2. WP. Und dann wurde es wettermässig interessant…

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Auf meinem Garmin sah ich, noch 8km bis zum WP. Unterwegs wars super labil, ich hatte Rückenwind, das geht wie die Wutz. Ich schau mir so das Wolkenbild an und denke: Jetzt aufpassen und im Auge behalten, das könnte überentwickeln. Noch 6km bis zum WP: mannomann, die Cumuli haben deutliches Vertikalwachstum und überall gehts schon hoch, jetzt echt aufmerksam bleiben. 4 km bis zum WP: Verdammt, teilweise diffuses Wolkenbild ohne klare Umrisse, es wird allerhöchste Zeit landen zu gehen. Es war mitterweile 14 Uhr, Ohren rein, Halbgas und erstmal weg vom Berg.

Überm Tal abspiralt, auf einer schönen grossen Wiese hinter Irschen neben der Strasse gelandet. Stehe 5 Min. am Boden, die ersten Regentropfen. Ich schaue zum Himmel und sehe Schirme mit angelegten Ohren, aber auch andere die noch munter weiterfliegen. Nochmal 10 Min. später heftiger Regen. Ich stehe derweil schon unter einem Heuschober und staune mit welcher Schnellig- und Heftigkeit das Wetter im Gebirge umspringen kann. Ich weiss das, aber es selbst mitzuerleben ist immer wieder aufs neue faszinierend. Im Regen an der Bushaltestelle stehend nimmt mich eine Autofahrerin mit nach Greifenburg. Dort erfahre ich, dass das Rennen um 14 Uhr gestoppt wurde, alles richtig gemacht. Der Durchgang wird gewertet, eben bis 14 Uhr. Einen Piloten hats im Regen seinen Ozone EnZo abmontiert, ist mit Rettung runter.

Freitagmorgen. Schon auf dem Weg zum Startplatz erfahren wir, dass der heutige TASK gecancelt wurde, frühe Überentwicklung am Mittag. Ich entschliesse mich runterzufliegen, unterwegs total ruhige Morgenluft, kein Steigen, kein erhöhtes Sinken. Mit 1,2m gleite ich ins Tal, nach dem Thermikfliegen der letzen Tage auch mal entspannend. Manchmal kann man sich eben auch über einen Abgleiter freuen.

Abends Siegerehrung. Ferdinand Vogel gewinnt die Gesamtwertung, Maurice Knur wird Hessenmeister. Die Sportklasse gewinnt Andreas Schubert, Matthias Rüppel wird 2., ich werde 6.

Alex auf Usport in Gesamtwertung Platz 12, klasse. Unser Verein kommt in der Vereinswertung hinter dem RDG auf Platz 2. Ich muss wirklich sagen, unsere Piloten sind wirklich top geflogen. Meine Herren, allerhöchsten Reschpeckt! Il presidente hat sich etwas mit der Technik verfummelt und muss eine Woche als Lepofahrer bei den Windenabgleiterfreunden Wanne-Eickel e.V. nachsitzen. Grüsse an Bernhard, ich hoffe wir gehen jetzt öfter mal fliegen. Angeboten habe ich es dir ja schon öfter…

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Ein aufregendes Event, auch wenn es nicht jeden Tag fliegbar war. Es bringt einen flugtechnisch auf jeden Fall weiter und man kann viel neues mitnehmen. Wenn die Wetterlage gut ist bin ich nächstes Jahr sicher wieder mit dabei, und dann heisst das Motto: Mentor strikes back!

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