September 2011

27.09.2011

Wow, dass nenn ich mal Glück. Nach den genialen Tagen vor 4 Wochen am Speikboden nun diese grossartige Hochdruck-Großwetterlage, die sich pünktlich zu meinem Herbsturlaub eingestellt hat. Naja, nach diesem Gurkensommer ist das Wetter auf der nach oben offenen Radieschenpflücker- und Windenabgleiter-Skala nochmal ordentlich angesprungen. Was liegt da näher als in die Dolomiten zu fahren? Nix.

Also Dienstag letzter Woche noch schnell Monte Bernado u. Monte Andretti ins Auto geschmissen und ab nach Campitello di Fassa. Bei der Ankunft überm Sella-Pass hätte man auch schon Schneemänner bauen können, unglaublich wieviel Schnee die Tage zuvor gefallen ist. Am nächsten Morgen jedoch stahlblauer Himmel, Sonnenschein u. sehr schwachwindige Nordlage, sehr gute Mischung für einen guten Thermiktag. Am Col Rodella dübelt die Bahn mit günstigen 10 Euro in schlappen 5 Minuten nach oben. Wer noch nicht da war ist dann erstmal von dem grandiosen Panorama gefesselt.

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Nach Start gegen 13 Uhr am Südstart sind wir alle erstmal 4 Stunden zum Panoramafliegen durchs Fassatal geflogen. Rosengarten, Kofelgruppe, Sellastock, Pordoi, Marmolada, alles atemberaubende Anflugziele, die sich weltweit vor keinem anderen Gelände verstecken müssen. Das Fliegen war sogar recht gemütlich, für Dolomitenverhältnisse war der Tag relativ stabil, sodass man sich fast etwas mehr Thermik wünschte. Zum Einfliegen aber wirklich gut, sanfte Aufwinde, tolle Aussichten.

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Der Donnerstag war der thermisch bessere Tag. Man konnte schneller fliegen, es herrschte einfach mehr Labilität, und man konnte die Größe die Dreiecke leicht ausbauen. Wobei ich eines sagen muss, das Fliegen in den Dolomiten lebt in meinen Augen vordergründig von den optischen Eindrücken. Wer richtig Kilometer fliegen will kann das dort bedingt machen, ist aber auf den typischen Rennstrecken wie z.B. Pustertal oder Pinzgau deutlich besser aufgehoben. Die typische oben erwähnte Runde ist mit ca. 35km aber ein optisches Feuerwerk was seinesgleichen sucht.

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Der Freitag war denn so richtig labil, aber auch ziemlich ruppig. Nach einer Stunde bin ich gelandet, es war mir einfach zu turbulent. Andi kam auch irgendwann eingelandet und Ralph liess sich noch länger durchschütteln. Nach den beiden vorangegangen tollen Flugtagen war es eigentlich nicht nötig, sich länger durchs Gurtzeug werfen zu lassen.

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Am Samstag wars wieder deutlich stabiler, aber mit einer Basis von 2800-2900m auch eher durchschnittlich. Aber das ist etwas jammern auf hohem Niveau, wenn man vor 4 Wochen auf 4400m war, das hat schon trotzdem zum Fliegen getaugt. Vor allem Andi hat nochmal ne echt schöne Runde abgeflogen.

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Neben der Fliegerei haben wir es uns auch sonst gutgehen lassen. Die kulinarischen Genüsse kommen nicht ganz an die etwas südlicher gelegener Gebiete wie Bassano oder Meduno ran, aber die Trentino-Küche kann man sich schon gefallen lassen. Eine gute Flasche Grappa hat wie immer den Weg ins heimische Nordhessen gefunden. Und obwohl wir am Sonntag auf der Heimreise jeden sich bietenden Stau mitgenommen haben war die Woche ein sehr schöner versöhnlicher Ausklang der Spätsommerfliegerei.

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